Jahrelang bemühen wir uns als Unternehmer und Unternehmerinnen für eine Kultur des Miteinanders 🙌, der Offenheit 🤗 und Wertschätzung 💎 . Haben wir diese Werte nun als Gesellschaft verloren?

Wenn wir den Dialog aufgeben
wird unsere Welt schwarz-weiß.
In der Psychologie wird oft von drei typischen Verhaltensmustern bei drohender Gefahr gesprochen: Angriff, Flucht oder Erstarrung. Mich hat immer gewundert, dass der Punkt „Kontaktaufnahme” nicht vorkommt.
Der Begriff „Deeskalation“ beschreibt aus meiner Sicht sehr gut, dass eine drohende Gefahr auch abgewendet werden kann. In jedem Fall geht es darum, die innere Einstellung zu einer schwierigen Situation zu verändern. Statt dem Rhythmus des Lärms zu folgen, stimmt jemand eine neue Melodie an und stellt die Weichen auf Verständigung. In der Politik nennt man solche Menschen Diplomaten. Im Volksmund sind es Friedensstifter.
Achtet auf Eure Gedanken und auf Eure Herzen. Lasst Euch nicht anstecken von Hass und Gewalt in dieser Welt. Bleibt miteinander im Gespräch, sucht gemeinsam nach der Wahrheit und bewahrt die Hoffnung.
Th. S.
Ändere Deine Perspektive und Du bekommst ein klareres Bild von der anderen Seite.
Jemand, der den Dialog sucht, bekommt ein farbigeres und umfassenderes Bild als die meisten anderen Menschen. Er blendet andere Perspektiven nicht aus und greift sie nicht an. Er versucht, eine Beziehung aufzubauen, anstatt seine Meinung als die einzig richtige zu postulieren. Er will den anderen verstehen, um eine bessere und differenziertere Antwort auf die Probleme zu finden. Diese Perspektive erfordert es, über den eigenen Schatten zu springen und die Reflexe von Angriff, Verteidigung oder Ausblendung im Gespräch zu überwinden.
Sei Friedensstifter und nicht Anstifter.
Ich wünsche mir mehr Friedensstifter in der Welt. Menschen, die nicht sofort urteilen und verurteilen. Sondern hinschauen, zuhören und verstehen wollen. Wer nicht ein paar Kilometer in den Schuhen des anderen gelaufen ist, kann nicht verstehen oder beurteilen, wie der andere wirklich denkt und fühlt. Die wenigsten Dinge auf dieser Welt sind schwarz oder weiß. Die meisten Situationen haben Schattierungen, Farben und unscharfe Übergänge. Um es klar zu sagen: Ein einseitiger, lauter Tweet ist noch lange nicht die Wahrheit. Aber wer macht sich heute noch die Mühe, die Sichtweise der anderen Seite zu verstehen? Umso mehr sollten wir wieder mehr Friedensstifter als Hetzer sein.
Dialog verleugnet nicht die eigene Position, sondern versucht, den anderen zu verstehen.
Natürlich haben wir Positionen, Normen und Maßstäbe, an denen wir uns orientieren und die wir für richtig oder falsch halten. Die Menschenrechte, das Grundgesetz, die Verfassung oder die Zehn Gebote sind wichtige Orientierungspunkte für unser Zusammenleben. Unrecht und Gewalt bleiben Unrecht und Gewalt. Statt die Tür zueinander zu verbarrikadieren, sollten wir auch darüber nachdenken, wie wir sie wieder öffnen können. Denn wer auf Gewalt nur mit Gewalt (verbal, psychisch und physisch) antwortet, treibt eine Spirale der Gewalt an, ohne Hoffnung auf ein friedliches Ende. Dasselbe gilt für Lügen und Halbwahrheiten.
Dialog ist eine Waffe des Friedens.
Der Dialog ist eine mächtige Waffe, um den Frieden zu sichern oder wiederherzustellen. Er schließt Gerechtigkeit und Vergebung nicht aus. Im Gegenteil. Der Dialog bereitet den Boden dafür. Wir brauchen diesen Raum in unseren Köpfen, der die Türen füreinander offen hält. Wer nur mit dem Finger auf andere zeigt, macht sich selbst zum Teil der Gewalt und des Unrechts, die er verurteilt.