Bist Du eine gute Führungskraft?

HABEN WIR EIN FALSCHES BILD VON FÜHRUNG?

Viele Jahre haben mich die unterschiedlichen Herausforderungen als Führungskraft in eine ungesunde Anspannung gebracht. Fast immer habe ich äußere Umstände für den verursachten Streß verantwortlich gemacht. Das Idealbild von Leistung und Verantwortung hat mich angetrieben. Egal in welcher Position.

Natürlich habe ich auch gerne Verantwortung übernommen und Erfolge gefeiert. Man wird durch gute Leistungen und gute Ergebnisse bestätigt und motiviert. Doch mein Verständnis von Verantwortung sowie mein Bild darüber, was gute Führung ausmacht, waren zum Teil ungesund und nicht immer ein guter Maßstab für mich und andere.

WO STEHST DU GERADE?

Wie würdest Du Dich aktuell in Deiner Rolle als Führungskraft beschreiben?

• unsicher und zweifelnd
• unerfahren und experimentierend
• gestresst und überfordert
• mutig und hoffnungsvoll
• selbstbewußt und durchsetzungsfähig
• verantwortlich und pflichtbewußt
• pragmatisch und zielorientiert
• souverän und anpassungsfähig
• intuitiv und teamorientiert
• autark und unterstützend

Führungsaufgaben sind anspruchsoll und werden oft mißverstanden. Es ist leicht, jemandem zu sagen, was er oder sie alles besser machen muss. Es ist auch leicht, jemanden vom Stuhl zu schubsen und den Job vermeintlich besser zu machen. Es ist ebenfalls leicht, sich nicht zu äußern und keine Verantwortung zu übernehmen. Und es ist außerordentlich leicht, immer nur schwarz zu malen und andere dadurch zu entmutigen. All das kennzeichnet keine gute Führung.

WAS MACHT STARKE FÜHRUNG AUS?

Was meiner Meinung nach Führungsstärke kennzeichnet, ist ein starker Charakter, der Spannungen aushält, anstatt sie „aus dem Weg zu räumen“. Starke Führung sucht sachlich tragfähige Lösungen, anstatt sich lautstark durchzusetzen. Starke Führung ist belastbar und nimmt sich persönlich hinter der Sache zurück. Sie hält die Spannung verschiedener Meinungen aus und gesteht dem anderen einen eigenen Erkenntnisraum zu, ohne es immer besser wissen, kritisieren oder eingreifen zu müssen. Starke Führung hat einen klaren inneren Kompass und begleitet andere dabei, ihre Ziele und ihre Verantwortung auf ihre eigene Art und Weise darauf auszurichten. Starke Führung ist transparent und ehrlich. Sie taktiert nicht, sondern gewinnt echte Solidarität. Starke Führung sieht nicht nur das Ziel, sondern auch die Menschen und ist sich immer bewusst, dass Veränderung einen Prozess des Erkennens, des Vertrauens und der Identifikation voraussetzt. Starke Führung ist bereit zu „dienen“, aber sie verkauft sich nicht unter Wert. Sie ist als Mensch Vorbild für andere, ohne sich dabei in den Mittelpunkt zu stellen.

WAS IST WENN ICH SCHEITERE?

Wir sind alle auf dem Weg und Lernende. Auch wenn wir in eine verantwortliche Position wechseln, sind wir nicht perfekt und lernen täglich dazu. Verantwortung kann zu einer unerträglichen Last werden, wenn man versucht, allem – so perfekt wie möglich – gerecht zu werden. Das muss eine Führungskraft auch nicht. Sie kann (hoffentlich) auf ihr Team zählen. Sie darf irren, Fehler machen und sogar scheitern. Aber sie darf niemals liegenbleiben und muss korrekturfähig sein.

Ebenso ist eine verantwortliche Position kein Freibrief, um Macht auszuüben. Wer sich dadurch profilieren will und immer weiß, was das Beste ist, muss wohl blind gegenüber den eigenen Schwächen sein. Und wer andere kontrollieren möchte, der hat nicht verstanden, dass die Angst vor dem Versagen durch den Mut zum Risiko und einen offenen Umgang mit Fehlern besiegt wird. Führung führt nicht nur nach vorne. Sie führt sich auch selbst und führt andere zueinander. Das zeichnet meiner Meinung nach gute Führungskräfte aus.

WO STEHE ICH?

Stelle Dir doch einmal folgende drei Fragen zu einer kleinen Stadortbestimmung:

Treibt mich eher eine innere Pflicht oder die Freude an meiner Aufgabe an?
Verliere oder gewinne ich jeden Tag Energie in meiner Führungsrolle?
Muss ich am Besten alles selbst machen oder bin ich stolz auf die Leistung, die mein Team erbringt?

WAS KANN ICH TUN?

Wer sich als Führungskraft in einer inneren Zwangsjacke fühlt, hat drei Optionen:

• sich durchbeißen
• sich aufgeben
• sich verändern

Für viele ist das Aufgeben keine Option. Für sie kommt ein berufliches Scheitern dem persönlichen Scheitern gleich und ist existenziell. Mir persönlich hat ein „Eingriff von aussen” geholfen, wieder Kontakt zu meinem Innersten zu bekommen und mich meinen Blockaden zu stellen und an mir zu arbeiten. Diese Veränderung hat mich wirklich befreit! Ich arbeite immer noch viel aber nun wirklich gern. Vor allem treffe ich freie Entscheidungen. Frei vom Zwang etwas nicht zu dürfen. Frei von der Angst zu versagen. Frei von der Suche nach Anerkennung. Frei von der Enttäuschung anderer. Frei davon, die ganze Welt retten zu müssen.

WELCHE GEDANKEN KOMMEN EUCH HIERZU?

Ich würde mich freuen, von euren Ideen und Erfahrungen zu hören.

Euer Thomas

P.S. Dieser Text wurde nicht mit ChatGPT geschrieben.
Er ist persönlich und kommt von Herzen.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Potenzial entfalten. Führung stärken.

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen